Im Gefahrgutrecht spielen die Begriffe LQ (Limited Quantities) und EQ (Excepted Quantities)
eine große Rolle – insbesondere für Unternehmen, die regelmäßig kleinere Mengen gefährlicher Güter verpacken,
lagern oder transportieren. Beide Regelungen bieten erhebliche Erleichterungen, reduzieren Pflichten und vereinfachen
den Transport. Dennoch herrscht oft Verwirrung darüber, wann LQ oder EQ eingesetzt werden dürfen, welche Grenzwerte gelten
und wie die Kennzeichnung korrekt durchgeführt wird.

In diesem umfassenden Leitfaden erklären wir strukturiert den Unterschied, zeigen Praxisbeispiele und verlinken auf weiterführende Themen wie Gefahrgutklassen, 1000-Punkte-Regel und Externer Gefahrgutbeauftragter.

LQ vs. EQ

LQ Limited Quantities ADR 3.4
Menge
gering bis mittel, Versandstück max. 30 kg
Kennzeichen
schwarz-weiße Raute, mind. 100 mm
Typischer Einsatz
Spraylack, Farben, Baumarktsortiment
EQ Excepted Quantities ADR 3.5
Menge
extrem gering, E-Code E0 bis E5
Kennzeichen
rot schraffiertes Quadrat
Typischer Einsatz
Laborproben, Diagnostik, Kleinstmengen
Kriterium LQ EQ
Rechtsgrundlage Kapitel 3.4 ADR Kapitel 3.5 ADR
Mengenbegrenzung Versandstück max. 30 kg Innenverpackung max. 30 ml / 30 g je E-Code
Kennzeichen schwarz-weiße Raute, mind. 100 × 100 mm rot schraffiertes Quadrat „Excepted Quantities"
Verpackung Kombinations- oder Außenverpackung doppelte Innen-/Außenverpackung mit Saugmaterial
Typischer Einsatz Spraylack, Farben, Baumarktsortiment Laborproben, Diagnostik, Kleinstmengen

Bei beiden: kein Beförderungspapier nötig, kein ADR-Schein erforderlich, die beförderte Menge zählt nicht in die 1000-Punkte-Regel.

Schnellcheck: LQ oder volles ADR?
Menge je Innenverpackung und Anzahl je Versandstück einstellen. Orientierung nach Kapitel 3.4 ADR, keine Rechtsberatung.
Aggregatzustand
Menge je Innenverpackung
250 ml
0 5.000 ml
Versandstück, geschätzt (brutto) Anzahl × (Menge + 100 g) + 500 g Karton
LQ denkbar
Innerhalb typischer LQ-Grenze. Spalte 7a der Tabelle A prüfen.

LQ richtig einstufen, kennzeichnen und dokumentieren – wir unterstützen als externer Gefahrgutbeauftragter.

Beratung anfragen

Orientierung nach Kapitel 3.4 ADR (Limited Quantities) – keine Rechtsberatung. Maßgeblich sind Spalte 7a der Tabelle A (Kapitel 3.2) sowie die jeweils gültige Fassung des ADR. Die LQ-Grenze je Innenverpackung ist stoffabhängig; das Bruttogewicht je Versandstück darf 30 kg nicht überschreiten (bei Trays mit Schrumpf- oder Dehnfolie 20 kg). Die Gewichtsangaben sind grobe Schätzwerte (rund 100 g je Innenverpackung, 500 g je Außenkarton). Bei Gemischen, Klasse 1 und Klasse 7 gelten Sonderregeln.

Vorteile von LQ:

  • keine ADR-Schulungsbescheinigung notwendig
  • keine Gefahrzettel Klasse 1–9 (nur LQ-Kennzeichen)
  • vereinfachte Dokumentation
  • leichtere Verpackungsanforderungen

Typische LQ-Mengenbegrenzungen:

  • 0,5 l für toxische Stoffe
  • 1 l für entzündbare Flüssigkeiten
  • 5 l für weniger gefährliche Stoffe

Vorteile von EQ

  • kaum Kennzeichnungspflichten
  • kein Beförderungspapier nötig
  • keine ADR-Schulung
  • geringste Verpackungsanforderungen

Typische EQ-Mengenbegrenzungen:

  • 1 ml – 30 ml je nach Stoffkategorie
  • Innerverpackung + Außenverpackung mit speziellen Prüfungen

Der Unterschied LQ vs. EQ – einfach erklärt

LQ Limited Quantities
ADR LQ Kennzeichen
Form
schwarz-weißer Diamant (kein Gefahrzettel)
Mindestmaß
100 x 100 mm
Anbringung
auf jedem Versandstück erforderlich
Außenverpackung
stabil und geeignet
Maximalgewicht
30 kg pro Versandstück (ADR)
Dokumentation
Bruttomasse Gefahrgut in kg
EQ Excepted Quantities
ADR EQ Kennzeichen
Form
rot schraffiertes Quadrat mit Punkt oder Buchstaben
Maße
Deutlich kleiner als LQ-Kennzeichen
Anbringung
Nur erforderlich auf Innen- oder Außenverpackung
Innenverpackung
enthält nur extrem geringe Mengen
ADR-Einstufung
E-Code

Beim EQ-Kennzeichen steht * für die Nummer der Gefahrgutklasse und ** für den Namen des Absenders oder Empfängers, sofern nicht anderweitig angegeben.

Dokumentationspflichten

Der Aufwand ist bei beiden Regelungen gering, unterscheidet sich aber im Detail.

LQ: kein ADR-Beförderungspapier, keine Fahrzeugkennzeichnung. Eine kurze Verpackungsdokumentation ist freiwillig, hilft aber im Streitfall.

EQ: keine Gefahrgutpapiere. Sinnvoll ist nur eine interne Notiz zu E-Code, Verpackung und Anzahl der Versandstücke.

Typische Fehler in der Praxis

  • falsche Annahme, dass jede kleine Menge automatisch LQ/EQ ist
  • fehlende Stabilität der Außenverpackung
  • fehlende Kennzeichnung
  • Zusammenlagerung problematischer Stoffe

Beispiele aus der Praxis

Beispiel A

LQ

Ein Baumarkt versendet Spraylack in 400-ml-Dosen. Die LQ-Grenze liegt bei 1 Liter je Innenverpackung.

LQ möglich
Beispiel B

EQ

Ein Labor verschickt organisches Lösungsmittel in 10-ml-Proben, weit innerhalb der E-Code-Grenze.

EQ möglich

LQ und EQ im Lager

Im Lager greifen eigene Regeln, unabhängig von LQ und EQ.

Geeignete Regale & Brandabschnitte sind vorgesehen, ebenso die Beachtung der TRGS 510. Das Führen eines Gefahrstoffkataster ist notwendig, außerdem die Unterweisung der Beschäftigten.

Wann ein externer Gefahrgutbeauftragter sinnvoll ist

  • Beratung zu LQ/EQ-Kennzeichnung
  • Prüfung der Verpackungen
  • Erstellung interner Vorgaben
  • Schulung & Unterweisung

LQ und EQ bieten große Erleichterungen im Gefahrguttransport – vorausgesetzt, sie werden korrekt angewendet.

Unternehmen profitieren von reduzierten Pflichten, sparen Zeit und vermeiden Bußgelder. Die größte Herausforderung liegt in der korrekten Identifikation der Stoffkategorie und der richtigen Verpackung. Mit klaren Prozessen und professioneller Unterstützung lassen sich beide Regelungen sicher und effizient nutzen.

Gerne unterstütze ich Sie dabei, schreiben Sie mir Ihr Anliegen, oder buchen Sie jetzt einen Termin für Ihre kostenlose Erstberatung.