LQ vs. EQ

LQ vs. EQ: Unterschied, Regeln & Anwendung im Gefahrgutrecht

Im Gefahrgutrecht spielen die Begriffe LQ (Limited Quantities) und EQ (Excepted Quantities)
eine große Rolle – insbesondere für Unternehmen, die regelmäßig kleinere Mengen gefährlicher Güter verpacken,
lagern oder transportieren. Beide Regelungen bieten erhebliche Erleichterungen, reduzieren Pflichten und vereinfachen
den Transport. Dennoch herrscht oft Verwirrung darüber, wann LQ oder EQ eingesetzt werden dürfen, welche Grenzwerte gelten
und wie die Kennzeichnung korrekt durchgeführt wird.

In diesem umfassenden Leitfaden erklären wir strukturiert den Unterschied, zeigen Praxisbeispiele und verlinken auf
weiterführende Themen wie Gefahrgutklassen, 1000-Punkte-Regel und Gefahrgutmanagement.

Was bedeutet LQ?

LQ = Limited Quantities bedeutet „begrenzte Mengen“. Hier gelten Erleichterungen, wenn die Menge eines Gefahrgutes
pro Innenverpackung eine bestimmte Grenze nicht überschreitet. Die vollständigen ADR-Regeln müssen dann nicht angewendet werden.

Vorteile von LQ:

  • keine ADR-Schulungsbescheinigung notwendig
  • keine Gefahrzettel Klasse 1–9 (nur LQ-Kennzeichen)
  • vereinfachte Dokumentation
  • leichtere Verpackungsanforderungen

Typische LQ-Mengenbegrenzungen:

  • 1 l für entzündbare Flüssigkeiten
  • 0,5 l für toxische Stoffe
  • 5 l für weniger gefährliche Stoffe

Was bedeutet EQ?

EQ = Excepted Quantities bedeutet „ausgenommene Mengen“. Hier gelten noch deutlich weitergehende Erleichterungen
als bei LQ – allerdings sind die Mengen pro Innenverpackung extrem gering.

Vorteile von EQ:

  • kaum Kennzeichnungspflichten
  • kein Beförderungspapier notwendig
  • keine ADR-Schulung
  • geringste Verpackungsanforderungen

Typische EQ-Mengenbegrenzungen:

  • 1 ml – 30 ml je nach Stoffkategorie
  • Innerverpackung + Außenverpackung mit speziellen Prüfungen

Der Unterschied LQ vs. EQ – einfach erklärt

Kriterium LQ EQ
Bezeichnung Limited Quantities Excepted Quantities
Mengenbegrenzungen gering bis mittel extrem gering
Kennzeichnung LQ-Diamant EQ-Kennzeichnung
Beförderungspapier nicht notwendig nicht notwendig
ADR-Schulung nicht erforderlich nicht erforderlich
Verpackung vereinfachte Verpackungsgruppe speziell geprüfte Kombinationen

Wann darf ein Unternehmen LQ anwenden?

Nur wenn alle Bedingungen erfüllt sind:

  • Menge pro Innenverpackung unterhalb der LQ-Grenze
  • Außenverpackung stabil & geeignet
  • LQ-Kennzeichnung angebracht
  • max. 30 kg pro Versandstück (ADR)
  • Auf einem der Dokumente „die Bruttomasse an Gefahrgut in begrenzten Mengen beträgt: __kg“

Wann darf ein Unternehmen EQ anwenden?

EQ darf nur genutzt werden, wenn:

  • der Stoff in der ADR-Tabelle als „E-Code“ eingestuft ist
  • die Innenverpackung extrem geringe Mengen enthält
  • die Kombination von Innen-/Außenverpackung bestimmte Tests bestanden hat

Kennzeichnung LQ

Das LQ-Zeichen ist ein schwarz-weißer Diamant (kein Gefahrzettel!), der wie folgt aussieht:

  • auf jedem Versandstück erforderlich
  • mindestens 100 × 100 mm

ADR LQ Kennzeichen

Kennzeichnung EQ

EQ wird mit einer kleinen Kennzeichnung versehen:

  • Quadrat mit Punkt oder Buchstaben
  • Deutlich kleiner als LQ-Kennzeichen
  • Nur erforderlich auf Innenverpackung oder Außenverpackung

ADR EQ Kennzeichen

Dokumentationspflichten

LQ:

  • kein ADR-Beförderungspapier
  • kein Fahrzeugkennzeichen
  • Verpackungsdokumentation empfohlen

EQ:

  • keine Gefahrgutpapiere
  • Basisinformationen intern dokumentieren

LQ/EQ und die 1000-Punkte-Regel

Wichtig:

  • LQ zählt nicht in die 1000-Punkte-Berechnung
  • EQ zählt ebenfalls nicht in die 1000-Punkte-Regel

Mehr zur Regel: 1000-Punkte-Regel

Typische Fehler in der Praxis

  • falsche Annahme, dass jede kleine Menge automatisch LQ/EQ ist
  • fehlende Stabilität der Außenverpackung
  • fehlende Kennzeichnung
  • Zusammenlagerung problematischer Stoffe

Beispiele aus der Praxis

Beispiel LQ

Ein Baumarkt versendet 400-ml-Dosen Spraylack. Da die Grenze bei 1 l liegt → LQ möglich.

Beispiel EQ

Ein Labor verschickt 10-ml Proben organischer Lösungsmittel → EQ möglich.

LQ und EQ im Lager

Auch bei der Lagerung gelten Regeln:

  • geeignete Regale & Brandabschnitte
  • Beachtung der TRGS 510
  • Gefahrstoffkataster notwendig
  • Unterweisung der Beschäftigten

Dazu empfehlenswert: Gefahrstoffbeauftragter: Pflicht oder Nicht?

Wann ein externer Gefahrgutbeauftragter sinnvoll ist

  • Beratung zu LQ/EQ-Kennzeichnung
  • Prüfung der Verpackungen
  • Erstellung interner Vorgaben
  • Schulung & Unterweisung

Fazit

LQ und EQ bieten große Erleichterungen im Gefahrguttransport – vorausgesetzt, sie werden korrekt angewendet.
Unternehmen profitieren von reduzierten Pflichten, sparen Zeit und vermeiden Bußgelder. Die größte Herausforderung
liegt in der korrekten Identifikation der Stoffkategorie und der richtigen Verpackung. Mit klaren Prozessen und
professioneller Unterstützung lassen sich beide Regelungen sicher und effizient nutzen.

Eine kostenlose und unverbindliche Erstberatung können Sie rund um die Uhr >>hier<< buchen.

Marko Richter

Marko Richter
Gefahrgutbeauftragter
safeXcon GmbH

Folge uns auf LinkedIn

Hinterlasse einen Kommentar

Wir beraten Sie gerne!

Stellen Sie uns direkt Ihre Anfrage und erhalten Sie von uns Ihr individuelles Angebot.