Feuerlöschübungen im Betrieb

Feuerlöschübungen im Betrieb: Planung und Durchführung effektiver Trainings

Brände gehören zu den größten Risiken im betrieblichen Alltag. Technische Defekte, Funkenflug, elektrische Geräte oder menschliches Fehlverhalten – ein Entstehungsbrand kann sich in Sekunden zu einem Vollbrand entwickeln. In dieser kurzen Zeit entscheidet sich, ob Mitarbeitende den Brand frühzeitig erkennen, einen Feuerlöscher richtig einsetzen oder ob eine geordnete Evakuierung notwendig ist. Feuerlöschübungen im Betrieb sind daher ein zentrales Element eines wirksamen Brandschutzkonzepts und stärken die Handlungssicherheit im Ernstfall.

Warum Feuerlöschübungen im Betrieb unverzichtbar sind

Feuerlöscher hängen in vielen Betrieben gut sichtbar an der Wand – doch die wenigsten Mitarbeitenden haben jemals einen Löscher benutzt. Im Ernstfall führt das zu Unsicherheit, Fehlbedienung oder gefährlichen Verzögerungen.

Feuerlöschübungen helfen, u. a. folgende Fragen zu beantworten:

  • Wie erkenne ich einen Entstehungsbrand rechtzeitig?
  • Welcher Feuerlöscher ist für welche Brandklasse geeignet (z. B. Wasser, Schaum, Pulver, CO2)?
  • Wie setze ich den Feuerlöscher richtig ein (Sicherungsstift, Löschtaktik, Windrichtung)?
  • Wann ist ein Löschversuch sinnvoll – und wann gilt: Flucht geht vor?

Gleichzeitig leisten Unternehmen mit regelmäßigen Übungen einen wichtigen Beitrag zur Erfüllung ihrer Pflichten aus der Arbeitsstättenverordnung, der ASR A2.2 „Maßnahmen gegen Brände“ und den DGUV-Vorschriften.

Rechtlicher Rahmen für Feuerlöschübungen

Brandschutz ist kein „Nice-to-have“, sondern fester Bestandteil des betrieblichen Arbeitsschutzes. Zu den relevanten Grundlagen gehören insbesondere:

  • ArbSchG und ArbStättV: Arbeitgeber müssen Arbeitsstätten so einrichten und betreiben, dass die Gesundheit der Beschäftigten geschützt wird – dazu zählen auch Maßnahmen gegen Brände.
  • ASR A2.2 „Maßnahmen gegen Brände“: Konkretisiert u. a. die Anforderungen an Löschmittel, Brandschutzhelfer und Unterweisungen.
  • DGUV Vorschrift 1 und DGUV Information 205-023: Beschreiben Pflichten zu Unterweisung, Bestellung und Ausbildung von Brandschutzhelfern.

Regelmäßige Brandschutz- und Feuerlöschübungen unterstützen Unternehmen dabei, diese Anforderungen praktisch umzusetzen und nachweisbar zu erfüllen.

Planung einer Feuerlöschübung: Schritt für Schritt

Damit eine Feuerlöschübung mehr ist als ein „Pflichttermin“, sollte sie gut vorbereitet werden. Folgende Schritte haben sich bewährt:

1. Bedarf ermitteln

  • Analyse der Bereiche mit erhöhter Brandgefährdung (z. B. Produktion, Lager, Werkstätten, Serverräume).
  • Abstimmung mit der Fachkraft für Arbeitssicherheit, dem Brandschutzbeauftragten und ggf. der Unternehmensleitung.

2. Externe Unterstützung einholen

  • Professionelle Anbieter bringen Brandsimulatoren, Übungsfeuer und geeignete Feuerlöscher mit.
  • Erfahrene Ausbilder vermitteln praxisnahe Beispiele, rechtliche Hintergründe und passende Löschtechniken.

3. Schulungsinhalte festlegen

  • Kurzschulung zu Brandursachen, Brandklassen, Löschmitteln und Verhalten im Brandfall.
  • Konkreter Bezug zu Ihrem Betrieb: Standorte von Feuerlöschern, Brandmeldeanlagen, Flucht- und Rettungswege, Sammelplätze.
  • Praktische Löschübungen am „echten“ Feuer mit verschiedenen Feuerlöschern.

4. Ort und Zeitpunkt wählen

  • Übungsflächen im Freien oder speziell ausgerüstete Trainingsbereiche nutzen.
  • Die Übung so terminieren, dass möglichst viele Mitarbeitende teilnehmen können (z. B. mehrere Gruppen, Schichtstaffelung).

5. Teilnahme dokumentieren

  • Teilnahme an der Feuerlöschübung schriftlich festhalten (Teilnehmerlisten, Bescheinigungen).
  • Nachweis in der Arbeitsschutzakte bzw. beim Nachweis für Brandschutzhelfer verwenden.

Worauf es bei der Durchführung ankommt

Eine gute Feuerlöschübung lebt von Realitätsnähe – aber immer mit klarer Priorität auf Sicherheit.

  • Sicherheit an erster Stelle: Einweisung in Verhalten auf dem Übungsgelände, PSA (z. B. Handschuhe, Schutzbrillen) und klare Regeln.
  • Klare Anleitung: Schritt-für-Schritt-Anleitung beim ersten Löschen, gemeinsames Üben der richtigen Handhabung.
  • Fehler zulassen: Gerade in der Übung dürfen Fehler passieren – das ist der Sinn des Trainings.
  • Fragen zulassen: Zeit für Fragen und Austausch einplanen; Hemmschwellen und Unsicherheiten offen ansprechen.
  • Nachbesprechung: Was lief gut? Wo besteht weiterer Schulungsbedarf? Welche organisatorischen Maßnahmen sind ggf. anzupassen?

Vorteile regelmäßiger Feuerlöschtrainings

Regelmäßige Feuerlöschübungen und Brandschutztrainings bringen zahlreiche Vorteile für Unternehmen:

  1. Mehr Handlungssicherheit im Notfall: Beschäftigte wissen, was zu tun ist – und was besser zu unterlassen ist.
  2. Stärkung der Sicherheitskultur: Brandschutz wird als wichtiges Thema wahrgenommen, nicht nur als Pflicht.
  3. Reduzierung von Schäden: Entstehungsbrände können schneller und sicher bekämpft werden.
  4. Erfüllung gesetzlicher Pflichten: Nachweise über Schulungen und Feuerlöschübungen erleichtern den Umgang mit Behörden, Versicherern und Aufsichtsorganen.
  5. Motivation und Verantwortungsbewusstsein: Mitarbeitende fühlen sich ernst genommen und aktiv eingebunden.

Fazit: Übung macht den Brandschutz-Meister

Feuerlöschübungen im Betrieb sind kein lästiger Pflichttermin, sondern ein zentrales Element eines funktionierenden Brandschutzkonzepts. Sie stärken die Kompetenzen der Beschäftigten, unterstützen die Brandschutzhelfer-Ausbildung und können im Ernstfall Leben retten. Wer regelmäßig und praxisnah trainiert, ist im Notfall klar im Vorteil.

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Ihr Ansprechpartner

Markus Strompen

Markus Strompen
Brandschutzbeauftragter und Ausbilder für Brandschutzhelfer
safeXcon GmbH
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